Drei Fragen an Führungskräfte #2: “Was für ein Vermächtnis möchten Sie hinterlassen?”

Führungskräfte: Was für ein Vermächtnis möchten Sie hinterlassen?

Drei Fragen an Führungskräfte #2: “Was für ein Vermächtnis möchten Sie hinterlassen?”

Keine Sorge, es geht nicht um Leben oder Tod. Aber wenn Sie oft schwierige Entscheidungen treffen müssen, kann Ihre Antwort darauf außerordentlich hilfreich sein.

Führungskräfte müssen oft in ungünstigen Situationen Entscheidungen treffen:
Vielleicht sind die die Rahmenbedingungen komplex und unüberschaubar. Vielleicht sehen Sie sich einer Vielzahl widersprüchlicher Erwartungen ausgesetzt. Vielleicht haben Sie nicht ausreichend Zeit, sich über Ihre Entscheidung Gedanken zu machen.

Wie ein Segelboot in der Nacht werden Sie von den Elementen hin- und hergeworfen, der Wind bläst Ihnen immer stärker justament aus der Richtung des Zielhafens entgegen, Ihre Crew ist unsicher und Ihnen ist auch schon schlecht. Sie müssen aber hier und jetzt entscheiden, welchen Kurs Sie steuern wollen – eine Entscheidung, die nicht aufgeschoben werden kann. Welche ist also die richtige Entscheidung und bringt Sie und Ihre Mannschaft sicher in den Hafen?

Was es braucht ist eine Orientierungshilfe, mithilfe derer sich Entscheidungen im Hier und Jetzt rasch und sicher treffen lassen können: einen verlässlichen Leuchtturm.

So ein wohlüberlegtes, solides Bauwerk lässt sich freilich nicht während einer Krise entwerfen und bauen, das muss vorher passieren, in Ruhe und mit Zeit.

Für Führungskräfte kann ein solcher Leuchtturm ihre persönliche Antwort auf zum Beispiel eine der folgenden Fragen sein:

  • Was für ein Vermächtnis will ich als Führungskraft generell hinterlassen?
  • Was würde ich mir wünschen, das bestimmte Personen über mich als Führungskraft sagen?
  • Wenn mich mein Kind in dieser Situation beobachten könnte, was hätte ich gerne, das es zu sehen bekommt?
  • Wenn mein Mitarbeiter heute abends zu Hause seiner Familie von mir in dieser Situation erzählt, was würde mich stolz machen?

Klingt vielleicht simpel, ist es aber nicht. Wenn Sie sich diesen Fragen wirklich stellen wollen, braucht es Zeit und, vor allem, Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Das ist keine kleine Fingerübung für mal eben zwischendurch! Zu schnell legen sich Erwartungen anderer darüber, man bleibt an der Oberfläche, bemüht klassische “na-was-man-hier-so-eben-sagt” Schlagworte und Klischees. Weicht inneren Abgründen aus.

Ihr Antwort hat nur dann Wert wenn Sie sich selbst nicht belügen sondern fragen: Was will ich wirklich?

Dabei maßlos zu übertreiben ist durchaus sinnvoll, ähnlich wie bei einer Karikatur tritt dann das Ihnen Wesentliche in überspitzter Form zu Tage. Und das ist nichts Geringeres als Ihr eigenes Wertesystem, Ihr innerer Leuchtturm, an dem Sie sich selbst in stürmischen Situationen orientieren und Ihre Handlungen danach ausrichten können.

Unsere Empfehlungen:

  • Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit und gehen Sie in die Tiefe.
  • Keine Angst vor dem Entdecken innerer Abgründe – die waren auch schon vorher da, nur wissen Sie jetzt wo Sie aufpassen müssen.
  • Stellen Sie sich unterschiedliche Personen und Situationen möglichst detailreich vor.
  • Gehen Sie darüber in den Dialog mit einer Person, die a) vom Thema nicht berührt wird und b) Ihr vollstes Vertrauen besitzt.

Freilich kann Sie dabei Ihr professioneller Coach begleiten und dabei unterstützen, dass keine Ecke unausgeleuchtet bleibt. Sie wissen ja wo Sie uns finden.

Wolf Hoffmann
wolfgang.hoffmann@consiglieria.com